„Dieser Verein hat das Recht, die Kommune zu fordern“

Aus dem „Berliner Abendblatt“ vom 21. Januar 2004

Marzahn-Hellersdorfer Freunde der Städtepartnerschaften tagten

Hellersdorf. Es sind schon Enthusiasten, die sich da im Städtepartnerschaftsverein Marzahn-Hellersdorf zusammengefunden haben. Und es ist nicht so, dass sie sonst nichts weiter zu tun hätten.

Der eine ist auch Chorleiter, der andere Unternehmer. Jener gehört der schreibenden Zunft an, wieder ein anderer steht weiteren Vereinen vor. Auch Bürgermeister und Vorsteherin der Bezirksverordnetenversammlung hat der Verein in seinen Reihen. Geballte Kompetenz und rühriges Engagement ist es, was die um die 30 Mitglieder auszeichnet.

Kürzlich versammelten sie sich, gastlich betreut in den freundlichen Räumen von „Mittendrin in Hellersdorf“, zu ihrer Mitgliederversammlung mit Rechenschaftslegung und Neuwahl des Vorstandes. Der sieht im wesentlichen so aus wie der vorige. Alte und neue Vorsitzende ist Petra Wermke.

Eine durchaus positive Bilanz konnte beim Rückblick auf das vergangenen Jahr gezogen werden. Aber man kann sich noch mehr vorstellen. „Der Verein hat das Recht, die Kommune zu fordern. Es gibt berechtigte Kritik an den Ämtern, wenn man betrachtet, was diese früher für die Städtepartnerschaften getan haben und was sie heute tun.“ Diese Worte sprach Bürgermeister Uwe Klett (PDS). Immerhin seien die Partnerschaftsverträge von den politisch Verantwortlichen des Bezirkes und nicht vom Verein unterschrieben worden. Die Vereinsfreunde hörten das mit Wohlwollen. Wie der Finanzstadtrat des in einem heillosen pekuniären Defizit befindlichen Bezirkes diesen Worten aber Taten – beispielsweise in der Form von Geld – folgen lassen könnte, blieb jedoch unklar. Für dieses Jahr jedenfalls hat man sich wieder viel vorgenommen. lt