Ein Stück englische Kultur

Aus der „Berliner Woche“ vom 3. Juni 2009

Die Gärten der Welt erhalten einen Cottage-Garden / Stieleiche bereits gepflanzt

Marzahn. Die Gärten der Welt erhalten Zuwachs. Mit dem Pflanzen einer englischen Stieleiche wurde der Grundstein für einen Cottage-Garten gelegt. Der neue „englische Garten“ wird ein Geschenk der englischen Partnerstadt des Bezirks, Halton, sein. „Wir hoffen, die wunderbare Gartenwelt im Erholungspark Marzahn damit ein wenig zu bereichern“, sagt Paul Wright. Der Leiter des Haltoner Gartenbauamtes war aus Anlass des Biesdorfer Blütenfestes im Bezirk zu Gast. Am Rand der Biesdorfer Festlichkeiten wurde eine englische Stieleiche an dem Platz gepflanzt, auf dem einmal in den Gärten der Welt der englische Cottage-Garten entstehen soll. „Wir freuen uns über das Geschenk unserer Partnerstadt“, sagt Bürgermeisterin Dagmar Pohle (Die Linke). Der Bezirk sei seit Jahren mit Halton durch vielfältige Beziehungen und Aktivitäten verbunden. Das Geschenk werde ein Zeichen der Freundschaft und fruchtbaren Partnerschaft sein.

Halton ist eine noch junge Gemeinde, ähnlich wie der Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Die Stadt wurde vor fünfunddreißig Jahren durch den Zusammenschluss der beiden Städte Runcorn und Widnes sowie einer Reihe von Dörfern gebildet. Sie liegt an den Ufern des Flusses Mersey, nicht weit von Manchester. Die Industrie und Landwirtschaft prägen die Stadt. In Halton und den dazu gehörigen Dörfern leben rund 124 000 Einwohner.
Der „Cottage-Garden“ ist ein typisches Kennzeichen der englischen Kultur. „Cottage“ lässt sich mit „Landhaus“ übersetzen, meint aber die typischen Steinhäuser ohne Keller, in denen auf dem Lande die Pächter und Farmer lebten und leben. Schon vor Jahrhunderten begann man in England vor den Häuschen Gärten anzulegen, die zunächst der Selbstversorgung dienten. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden auch zunehmend Blumen für den Tisch des Hauses und zum Schmuck gesät und gepflanzt. Die Funktion des Hausschmucks und der Erbauung ist in den zurückliegenden Jahrzehnten immer bedeutsamer geworden.

Der Cottage-Garten wird im Erholungspark Marzahn südwestlich des chinesischen Gartens entstehen, in der Senke zum Koppelpfuhl. Auf der einen Seite vom Pfuhl begrenzt, wird der rund 2500 Quadratmeter große Cottage-Garten in eine naturnahe Landschaft übergehen. „Wir denken darüber nach, hier möglicherweise einen dritten Eingang einzurichten“, sage Beate Reuber, Leiterin der Gärten der Welt. Wie der Cottage-Garten letztlich im Detail aussehen wird, kann sie noch nicht sagen. „Wir sind darüber noch mit den Leuten aus Halton im Gespräch“, erläutert sie. Die Planungen seien angelaufen. Paul Wright hofft, dass der Garten schon zum Biesdorfer Blütenfest 2010 übergeben werden kann. Dann ist Halton Partner des Festes und wird sich dort präsentieren. Wright ließ aber auch durchblicken, dass aus seiner Sicht eine schnelle Fertigstellung des Gartens nicht höchste Priorität habe. Die Eiche, erklärte er, sei auch in England das Symbol für ein langes Leben. So lang die Eiche steht, möge auch die Freundschaft der beiden Partnerstädte Halton und Marzahn-Hellersdorf gedeihen. Die im Erholungspark gepflanzte Stieleiche ist jedenfalls schon lange kein Winzling mehr. Sie hat bereits eine Höhe von immerhin stolzen neun Meter und einen Stammumfang von 35 Zentimeter. hari

Ein Stück englische Kultur

Helmut Siering, Prokurist der Grün Berlin und Garten GmbH, Paul Wright vom Haltoner Gartenbauamt und Bürgermeisterin Dagmar Pohle (v.l.n.r.) freuen sich über den ersten Baum.