Freunde in der ganzen Welt

Aus dem Jubiläumsspezial „Unser Bezirk hat Geburtstag“ der „Berliner Woche“ vom 12. Juni 2019

STÄDTEPARTNERSCHAFTSVEREIN: Seit 25 Jahren für den Bezirk aktiv

Beim Jubel und Trubel um den 40. Bezirksgeburtstag geht ein anderes Jubiläum fast unter. Das ist der 25. Jahrestag der Gründung des Städtepartnerschaftsvereins Marzahn-Hellersdorf.

Der Verein wurde im 15. Juni 1995 gegründet. Er unterstütztz das Bezirksamt bei der Pflege der Kontakte zu den Partnerstädten. Auch zum Geburtstagsfest am 15. Juni werden Delegationen von Partnerstädten des Bezirks erwartet. Der Begriff „Partnerstadt“ ist dabei nicht wörtlich zu nehmen. Die älteste Partnerschaft gibt es seit 1991 mit dem Budapester Bezirk Rákospalota, der genau wie Marzahn-Hellersdorf ein Bezirk einer europäischen Hauptstadt ist. Das gilt genauso für Hoang Mai, einem Bezirk der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi, zu dem Marzahn-Hellersdorf seit 2013 den jüngsten Städtepartnerschaftsvertrag unterzeichnete. Insgesamt unterhält das Bezirksamt partnerschaftliche Beziehungen zu sechs Städten.

„Wir pflegen die Beziehungen zu den entsprechenden Vereinen bei den Städtepartnern und bemühen uns, möglichst viele Kontakte zwischen Einrichtungen und Vereinen bei uns und bei unseren Partnerstädten zu knüpfen“, sagt Vereinsvorsitzende Kerstin Rocktäschel. Sie ist Dolmetscherin für Russisch und Spanisch. Seit 2003 lebt sie in einem Hochhaus an der Allee der Kosmonauten mit Blick aufs alte Dorf Marzahn. „Das gefällt mir, diese Verbindung von Moderne und Geschichte“, erklärt sie. Seit 2005 ist sie Mitglied des Städtepartnerschaftsvereins, seit 2014 im Vorstand und seit 2016 die Vorsitzende. „Die Pflege seiner internationalen Kontakte ist für den Bezirk wichtig“, erläutert sie. Auch hierin zeigt sich Marzahn-Hellersdorf als weltoffener Teil der Hauptstadt Berlin.

Bei seiner Gründung hatte der Verein 40 Mitglieder, inzwischen habe sich deren Zahl auf rund 20 eingepegelt. Die Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt sei meist gut gewesen. Während der vielen Jahre des Sparzwangs gab es jedoch keine finanzielle Unterstützung durch den Bezirk. Erst in diesem Jahr gibt es wieder eine Förderung in Höhe von 5000 Euro.

Im Zentrum der Arbeit stehen Begegnungen zwischen den Bewohnern der Partnerstädte, ganz besonders von Jugendlichen, aber auch bei Sportveranstaltungen. So war erst von Ende April bis Anfang Mai eine Jugendgruppe aus der polnischen Partnerstadt Tychy im Bezirk. Vom 13. bis 17. Juni wird die traditionelle Radtour mit Freunden aus der Partnerstadt Lauingen stattfinden, dieses Mal in Berlin und Brandenburg. Im Oktober wird der 20. Jahrestag des Vertrages mit der Partnerstadt im bayrischen Lauingen groß gefeiert.

Das Netz der Partnerschaften ist allerdings unterschiedlich dicht geknüpft und unterliegt unterschiedlichen Bedingungen. Zum Beispiel ist es allein schon wegen der Entfernung nach Hanoi schwer auszubauen. Die Partnerschaft mit der englischen Stadt Halton zu intensivieren ist dagegen nicht wegen des Brexits schwer. „Da wird jedes Jahr ein neuer Bürgermeister gewählt, der auch bei den Städtepartnerschaften seine politischen Schwerpunkte setzt“, erläutert Rocktäschel.

Harald Ritter

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