Städtepartnerschaft mit Leben erfüllen

Aus „Die Hellersdorfer“ vom Juni 2002

Andere Länder – andere Sitten – ähnliche Probleme

Um den 1994 gegründeten Marzahner Städtepartnerschaftsverein war es nach der Bezirksfusion still geworden, ein Hellersdorfer Pendant gab es gar nicht erst. Wahrscheinlich lag es daran, dass Hellersdorf nur eine Partnerstadt, nämlich Ujpola (Ungarn) hatte, Marzahn hingegen fünf Partnerschaften mit den Städten Tychy (Polen), Ujpest (Ungarn), Minsk (Weißrussland), Halton (Großbritannien) und Lauingen (Bayern) pflegte. Nach der Fusion erfolgte eine Umbenennung in Marzahn-Hellersdorfer Städtepartnerschaftsverein e.V., mittlerweile kommt auch ungefähr ein Viertel der 39 Mitglieder aus Hellersdorf.

Ehrenamtliches Engagement

Den Gedanken der partnerschaftlichen Zusammenarbeit und des gegenseitigen „Kennen(-und)Lernens“ auf der unteren Ebene der Bevölkerung zu vermitteln ist Anliegen des Vereins. Schließlich können zwar Sprache, Kultur und politische Ansichten verschieden sein, die Probleme der Menschen ähneln sich aber sehr. Nach der Anfrage des Vereins auf Unterstützung durch das Bezirksamt während der BVV-Sitzung im Januar diesen Jahres scheint sich einiges zu regen. Laut Auskunft der neuen Vereinsvorsitzenden Ursula Gobes sei die Zusammenarbeit zwischen Bezirksamt und Verein ausgezeichnet, Aktivitäten aufeinander abgestimmt, Informationen fließen. Ob auch notwendiges Geld fließt? Die Mitglieder des Vereins arbeiten ehrenamtlich, investieren Zeit und Geld dafür, Städtepartnerschaften mit Leben zu erfüllen.

Aktivitäten des Amts

Bezirksbürgermeister Uwe Klett gehört seit Januar 2002 dem Vereinsvorstand an, führt damit die Tradition des ehemaligen Marzahner Bürgermeisters Harald Buttler fort. Erste Aktivitäten hat es auch schon gegeben: So reisten Ende März Vorstandsmitglieder nach Lauingen, knüpften Kontakte und tauschten Ideen für zukünftige Projekte aus. Es kam zu einem Arbeitsgespräch mit einer Delegation der Stadtverwaltung aus Minsk, organisiert durch die weißrussische Botschaft. Herr Klett weilte kürzlich in Halton. Die Aktivitäten des Vereins sind besonders wichtig, um die Partnerschaft auch für die Bürger im Großbezirk erlebbar zu machen, Freundschaften zu fördern und damit Wege zu einem geeinten Europa in Frieden und Toleranz zu erschließen.

Vorreiter Kultur und Sport

Vorreiter bei internationalen Begegnungen sind Kultur und Sport. Beim schon zur Tradition gewordenen Pfingstturnier des PC Nordost Berlin zum Beispiel nahmen auch in diesem Jahr wieder Mannschaften aus den Partnerstädten teil. Gelegenheit für Marzahn-Hellersdorfer, mit Menschen aus Tychy oder Bayern (ein Land für sich) in Kontakt zu kommen, soll sich in Zukunft häufiger bieten, sei es zur Interkulturellen Woche im September oder beim Umweltfest in Hellersdorf. Ehrenamtliche Mitarbeiter können im Verein ein internationales Betätigungsfeld finden, Anregungen und Vorschläge sind gern gesehen. Info über Frau Gobes, Telefon 9 98 81 60.
Kefü