„Wir brauchen keine Almosen“

Aus „Berliner Wochenblatt“ vom 12. Juni 2002

Weißrussland will engere Beziehungen

Marzahn-Hellersdorf. Als Vertreterin des Städtepartnerschaftsvereins Marzahn-Hellersdorf nahm BVV-Vorsteherin Petra Wermke am 4.Treffen deutscher und weißrussischer Partnerstädte am 31. Mai und 1. Juni in Bonn teil.

Der Bezirk unterhält langjährige Partnerschaften mit den beiden Minsker Bezirken Oktober und Partisan. Weißrussland hat derzeit große wirtschaftliche Probleme. Rund ein Drittel des Gebiets sind durch die Katastrophe von Tschernobyl vertrahlt. Eine große Unterstützung wären Kuraufenthalte für Kinder und Medizintechnik. Die weißrussischen Partner machten in Bonn deutlich, dass sie keine Almosen möchten, sondern Medizinische Hilfe und Investitionen benötigen. „Wir brauchen keine Kleiderspenden, sondern Hilfe zur Selbsthilfe“, hieß es seitens der Delegierten. „Wir benötigen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen.“
Deutschland ist der zweitstärkste Wirtschaftsimporteur in Weißrussland. Deshalb hat der Bonner Minsk-Klub gemeinsam mit der IHK Deutschland einen Firmenpool mit Außenstelle in Weißrussland organisiert. Potenzielle Investoren, die eine Niederlassung planen, erhalten über diesen Pool entsprechende Unterstützung. Petra Wermke will die Erfahrungen der Bonner Wirtschaft mit Weißrussland weitergeben und sich daher demnächst mit Vertretern des Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreises treffen.
m.k.